Ich muss gleich zugeben: Den Vorgänger habe ich nie wirklich gespielt. Ich kenne ihn nur aus gelegentlichen Schulterblicken auf den 3DS meiner Kinder – und bis heute verstehe ich nicht ganz, was dieses Spiel eigentlich sein will. Vielleicht war das schon ein Zeichen.

Jetzt also Tomodachi Life – Wo Träume wahr werden. Ich hab vorab sogar die Demo gespielt und war… sagen wir vorsichtig: verwirrt. Und das hat sich im fertigen Spiel nicht wirklich gelegt.


🤯 Was ist das eigentlich für ein Spiel?

Am ehesten würde ich sagen:

Es ist wie The Sims 4 – aber auf Drogen. Du erstellst Miis, lässt sie auf einer Insel leben, interagieren, Beziehungen eingehen, Blödsinn reden… und dann passieren Dinge. Einfach so. Ohne dass du wirklich steuernd eingreifen kannst. Es ist mehr Beobachten als Spielen.

Und genau da liegt mein Problem:
Ich bin einfach strukturiertere Spiele gewohnt. Ich brauche Ziele, Systeme, Progression.
Hier? Chaos.


🏝️ Vergleich mit anderen Spielen

  • Animal Crossing: New Horizons bleibt für mich der Platzhirsch→ klar, entspannt, kreativ, aber trotzdem logisch aufgebaut
  • The Sims 4→ gibt dir Kontrolle und echte Simulation
  • Pokopia→ ebenfalls absurd, aber nachvollziehbarer

Tomodachi Life?

Das ist einfach… irgendwas dazwischen. Oder daneben.


🤡 Humor – oder einfach nur komplett drüber?

Ich glaube ehrlich:
Mir fehlt entweder der Zugang zu diesem speziellen Humor – oder zur japanischen Mentalität dahinter.

Viele Situationen sind einfach nur… dumm.
Nicht clever-dumm. Sondern wirklich stumpf.

Aber:

Ich verstehe total, warum Kinder das feiern werden.
Weil es so extrem doof ist, dass es schon wieder lustig wird.

Oder anders gesagt:
Es ist wie Schnee, der so kalt ist, dass er sich heiß anfühlt.


💔 Kritikpunkte (und die wiegen für mich schon schwer)

  • Keine Filter / Kontrolle über Inhalte→ Es sind alle möglichen Dialoge möglich→ teilweise auch richtig unangenehm oder grenzwertig→ fördert ehrlich gesagt sehr fragwürdige Let’s Plays und Reels
  • Keine Mii-Importe mehr→ Alles muss man selbst bauen→ nervig, vor allem wenn man viele Charaktere will
  • Weniger Platz für Miis→ ca. 70 Bewohner gleichzeitig (deutlich weniger als früher)→ schränkt das Chaos… äh, die „Vielfalt“ zusätzlich ein

😅 Fazit

Ich bin mir immer noch nicht sicher, was dieses Spiel sein will.

Und trotzdem:
Es hat einen ganz eigenen, schrägen Charme.

So nach dem Motto:
👉 Es ist so mies / so dumm, dass es schon wieder irgendwie funktioniert.

Für mich persönlich: eher nichts
Für Kinder oder Leute mit genau diesem Humor: vermutlich ein Volltreffer

Oder ganz simpel gesagt:
Ich verstehe es nicht – aber ich sehe, warum andere es lieben.

Von Martin

Nerd, Denker, Schläfer, Zocker und total liebenswert, wenn er nicht gerade Hunger hat.

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