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Beitrag Review 

WWE 2K17 Review

Geschichte wiederholt sich … zumindest hört und liest man das oft. Aber nicht nur die Welthistorie, sondern auch persönliche Geschichten können nach Jahren zu Déjà-Vus führen. So auch bei mir im Fall von WWE 2K17.


Der lange Weg in die richtige Richtung

Ich bin seit N64 Tagen großer Fan von Wrestling Spielen. WCW vs. NWO Revenge, WWF No Mercy … hach … das waren Zeiten. Als Gamecube Besitzer freute ich mich damals umso mehr auf das erste echte Next-Gen Wrestling Spiel: WWE Wrestlemania X8. Leider war das aber alles andere als gut, sodass erst mit WWE Wrestlemanai XIX mein Hunger so richtig gestillt wurde, bevor dann mit WWE Day of Reckoning das Wrestling Highlight schlechthin für mich erschien und ich Hunderte Stunden mit diesem Spiel verbrachte.

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Andere Zeit, gleiche Geschichte: als Xbox One Besitzer war ich schwer begeistert von der Next-Gen Maschine und konnte auch dort das erste echte Wrestling Spiel kaum abwarten: WWE 2K15. Leider war das Spielerlebnis enttäuschend. Der Nachfolger, WWE 2K16 war deutlich besser, aber immer noch nicht das perfekte Spiel für mich, wie seinerzeit Day of Reckoning. (Anm. des Redakteurs: Die WWE Ableger auf PS2 und Xbox habe ich nie gespielt, daher kann ich zu denen nichts sagen). Nun erschien WWE 2K17 und wie damals bei Day of Reckoning bin ich schwer begeistert von dem Spiel. Der Weg, den die Entwickler mit der WWE 2K-Reihe zurücklegten, gleicht wirklich nahezu dem Werdegang der THQ Wrestling Games auf dem Würfel. Stetige und vor allem spürbare Verbesserungen lassen das Fan-Herz höher schlagen.

Dabei gibt es nur zwei Veränderungen bei WWE 2K17. Vielmehr sind es die kleinen Stellschrauben, an denen die Entwickler gedreht haben, ähnlich wie schon bei NBA 2K17 aus gleichem Hause. Das Roster aus 150 Stars ist unglaublich groß und abwechslungsreich, der Editor wartet mit vielen verschiedenen Variationen auf und der Karriere und Universe Modus sind wieder die Herzstücke des Spiels. Im Letzteren kann man so ziemlich alles individuell anpassen. Wrestler, Shows, Match Typen, ja sogar Sendepläne lassen sich frei konfigurieren. So könnt ihr euch ein komplett eigeständiges Spielerlebnis kreieren, was ungeahnten Spielraum offenbart und auf lange Sicht Solospieler unterhalten kann.

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Neu im Karriere Modus sind die Promos, die lange überfällig waren. Das sind Show Einlagen, in denen euer Charakter zum Mikrofon greift und sein schauspielerisches Talent präsentiert. Kennt man ja auch aus den TV Shows. Hier wird gestritten und geflucht bis der Arzt kommt, Interviews inklusive. Was dieses Feature angeht, wurde ich ebenfalls an WWE Day of Reckoning auf dem Gamecube erinnert, aber leider auf negative Art und Weise, denn die Dialoge sind nicht vertont. Ihr müsst euch mit langweiligen Textboxen zufrieden geben. Was ich anno 2004 bei Day of Reckoning noch verschmerzen konnte, fällt 12 Jahre später doch stark ins Gewicht. Zumal wir wissen, wie man sowas machen kann (siehe NBA 2K17)!

Was ebenfalls neu im aktuellen Ableger und auch hier längst überfällig ist, ist die Möglichkeit, Backstage gegen eure Kontrahenten zu kämpfen. Das bringt natürlich Abwechslung und kommt einer echten TV Übertragung ein Stück näher. So geht es in diversen Arealen wie etwa Gängen oder verschiedenen Räumlichkeiten mit oder ohne Waffen zur Sache.

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Wo Features hinzugekommen sind, musste ein großes Feature weichen, dem ich dieses Jahr wirklich nachtrauere. Der Showcase Modus ist der Schere zum Opfer gefallen, was ich sehr bedauere, da dieser Modus vor allem im letztjährigen Ableger sehr viel Spaß machte. Damals durfte man wichtige Momente und Matches in der Karriere von Steve Austin unter verschiedenen Bedingungen nachspielen, was zusätzlichen Spielspaß und Langzeitmotivation brachte. In diesem Jahr ist Brock Lesnar der Titelheld und obwohl dieser nicht zu meinen Lieblingsperformern gehört, hätte ich den Showcase Modus in Bezug auf seine Karriere gerne gesehen. Aber wer weiß, ob wir besagten Modus nicht noch irgendwann als kostenpflichtigen DLC nachgereicht bekommen …

Das wären also die größten Änderungen von WWE 2017 im Vergleich zum Vorgänger. Und obwohl ich den Wegfall des Showcade Modus bedauere, finde ich trotzdem, dass das aktuelle Wrestling Spiel ein toller Ableger seit langem geworden ist. Das liegt einfach daran, dass weitere Dinge sinnvoll verbessert wurden. Ob es nun die Steuerung ist, die nun direkt und flüssiger von der Hand geht, die Animationen oder auch die grafische Qualität des Spiels. Einzig an den Haartexturen und Animationen muss noch gefeilt werden. Die Entwickler wussten, worauf es ankommt und was angepasst werden musste. Auch online konnte ich nur Positives finden. Die Online Matches liefen flüssig und machten gegen echte Gegner natürlich noch eine Ecke mehr Spaß als gegen die KI.

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Der Sound ist dagegen eine andere Geschichte. Die Abstinenz von Sprachausgabe bei den Promos habe ich ja bereits bemängelt. Aber auch die englischen Kommentatoren scheinen nichts im Vergleich zum Vorgänger dazugelernt zu haben. Sie spulen die gleichen Sätze ab, die sich schnell wiederholen und so den Eindruck einer TV Übertragung trüben. Was die Musik angeht, finde ich den Soundtrack von P. Diddy ganz nett, bin aber eher Fan von den Rock und Metal Songs alter Ableger, da diese Musikrichtung mehr zum Sport passt als Hip Hop. Aber das ist natürlich mein subjektives Empfinden.

Fazit:

Wrestling Fans machen mit WWE 2K17 nichts falsch. Die Entwickler gehen mit jedem Release weiter in die richtige Richtung. Sollte kommendes Jahr der Showcase Modus zurückkehren und die Promos vertont werden, steht uns mit WWE 2K18 ein nahezu perfektes Spiel bevor. Bis dahin könnt ihr euch aber mit WWE 2K17 prima die Zeit vertreiben. 8.4/10 as

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