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The Lions Song – Nintendo Switch Review

Besser spät als nie. Das ist es was ich mir beim Schreiben dieses Reviews gedacht habe. Schließlich kam The Lion’s Song bereits 2017 heraus und ist jetzt endlich auf Nintendo´s Switch gelandet. Aber bei dieser Geschichte wäre es tatsächlich eine Schande gewesen sie garnicht zu bringen. Wieder einmal hat es nämlich ein österreichisches Studio, genauer Mi’pu’mi Games aus Wien, geschafft ein tolles Stück interaktiver Unterhaltung zu liefern.


Es handelt sich um ein kleines aber feines Point-n-Click Adventure. Das Spiel beeindruckt hierbei nicht nur durch seine wirklich tolle Geschichte, dazu später mehr, sondern besonders durch seine Musik, den Artstyle und besonders das Setting.

Das Spiel ist in einer der Hochepochen der österreichischen Kulturgeschichte angesiedelt. Besser gesagt in der Vorkriegszeit des ersten Weltkriegs. Es handelt sich um eine Zeit der Entwicklung, Entdeckung und des Fortschritts. Nicht nur wissenschaftlich gab es wahnsinnige Sprünge nach vorne, auch gesellschaftlich und auch politisch war die Welt im Wandel.

Wir dürfen nun also in diesem Spiel drei Ausnahmetalente auf ihrem Weg durch diese Zeit begleiten. Dazu wurde das Spiel in Episoden gegliedert und jede dreht sich um einen anderen Charakter und in Episode Vier wird dann alles zu einem Abschluss gebracht. Wir haben die Ehre eine Musikerin, welche unter dem Druck ihres Mentors und der Gesellschaft leidet, einen Maler, der dabei ist sein Meisterstück abzuliefern, und eine Mathematikerin, die mit den gültigen Gesellschaftsnormen kämpft, zu begleiten.

Dies tun wir alles in einem klassischen Pixelstyle der durchgängig in einem angenehmen Sepia gehalten ist. Gerade dies hat sehr zur Atmosphäre beigetragen, da es teilweise das Gefühl aufwirft als würde man alte Fotos betrachten und sich ein eigenes Bild über die damalige Zeit zu machen.

Das Gameplay steht in diesem Titel sicher nicht im Zentrum. Zwar müssen einige Rätsel gelöst werden, diese sind jedoch relativ einfach zu durchschauen und lassen sich sogar durch Zufall lösen. Das was die Story vorantreibt sind im Endeffekt die Dialoge. Hier kann man zumeist einfach frei aus dem Bauch heraus entscheiden. Sehr gut hat mir hier gefallen, dass Entscheidungen, welche man oft aus Versehen trifft, am Ende der Episode einzeln revidieren kann indem man den besagten Abschnitt erneut spielt. Das ist ein nettes kleines Feature, jedoch hatte ich nie das Gefühl, dass meine Entscheidungen tatsächlich einen großen Einfluss auf das Gesamtgeschehen hätten.

Ganz klar ist in diesem Spiel die Geschichte der wahre Held. Nicht nur, dass wir drei interessante Charaktere begleiten dürfen, wir haben auch die Chance Berühmtheiten der Tage des Jugendstils, wie Freud oder Klimt, direkt kennen zu lernen. Mit diesen reichen die Interaktionen von interessant bis trivial. Jedoch ist es ein durchaus netter Touch.

Was mir jedoch wirklich gut gefallen hat ist, dass die große Geschichte der damaligen Zeit einfach ihren Lauf nimmt. Diese drei Charaktere und auch die vier anderen in Episode vier, haben keinen Einfluss auf die Geschehnisse der Zeit. Alle hinterlassen sie zwar ihre Fußspuren aber im Großen und Ganzen sind sie nicht wichtig für alles was die Politik damals beschäftigte.

Wenn wir schon bei der Geschichte sind. Ich fand, dass gerade Klimt in seiner Darstellung ein wenig zu glamourös erschien. Nicht weil er ein Exzentriker war, sondern, weil er zu seiner Zeit nicht unumstritten war. Er galt nicht als einer der größten Künstler seiner Zeit und er hatte durchaus Feinde.

Auch der Polizeistaat, und die politische Neuentwicklung der damaligen Zeit werden nicht wirklich dargestellt. Zwar sieht man kurz Sozialdemokraten in einem Café sitzen, was es damit auf sich hat wird aber nicht weiter kommentiert.

Eigentlich schade, aber ich hoffe, dass sich so einige Spieler vielleicht genauer mit der österreichischen Geschichte auseinandersetzten.

Aber ich verliere den Faden. Unsere drei Hauptakteure sind in sich sehr interessante Menschen und ich

bin froh, dass das Gameplay so flüssig (weil so einfach) ist, dass man eigentlich nie aus dem Fluss gerissen wird. Die Story entwickelt sich sehr organisch und man hat oftmals nicht das Gefühl ein Spiel zu spielen, sondern eher einer interessanten Geschichte zu lauschen. Lauschen ist aber wohl das falsche Wort, weil eigentlich alles gelesen werden muss, denn bis auf wenige Hintergrundgeräusche und die Musik ist nichts zu hören. Die Musik ist aber durchwegs toll und besonders das Hauptstück, der Lion Song, ist wirklich bezaubernd umgesetzt.

Viel gibt es dann eigentlich nicht mehr zu sagen. Außer vielleicht, dass ihr definitiv zuschlagen solltet! Besonders ist das in Anbetracht der fesselnden Geschichte, der interessanten Charaktere und dem wirklich tollen Setting ein Schnäppchen. Einmal weniger zum Mäci und schon könnt ihr euch etwas leisten, das sicher mehr für euren Körper und besonders eure Bildung tut, als es ein Happy Meal jemals könnte (und wenn doch das Happy Meal, dann natürlich nur mit Vier Chicken Nuggets!). (8/10) kbm

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