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The Legend of Zelda: Breath of the Wild – Review

Was habe ich geflucht und gehofft. Schon seit den ersten Impressionen vom neusten Zelda-Abenteuer wollte ich sofort wieder zurück nach Hyrule und mit Link das Böse besiegen. Doch eine Verschiebung folte der nächsten und ich war schon fast am Verzweifeln. Als dann kurz vor dem Switch Event im Jänner noch das Gerücht aufkam, Zelda würde in PAL Gefilden vielleicht nicht zu Release der neuen Konsole erscheinen, war ich schon fast im Rage-Mode. Doch alles halb so wild: Zelda ist da! Und gemeinsam mit der Nintendo Switch bilden sie den Auftakt in eine neue Gaminggeneration! Als dann: Hier unser Review zu ´THE LEGEND OF ZELDA – BREATH OF THE WILD´


Holy, Moly!

Schon gleich beim Starten des neuesten Action Adventures aus dem Hause Nintendo wird klar, dass hier einige Winde anders wehen werden, als in den vergangenen Zelda-Teilen. Kein Titelscreen, keine Möglichkeit seinen Charakter zu benennen – Sprachausgaben (!!) All das sind Aspekte, denen Ihr in den ersten fünf Sekunden begegnet und gleich verspührt, dass diesmal echt einiges anders laufen wird!
Ihr erwacht als Link, Held der Zeit, aus einem 100 jährigen Tiefschlaf. Dieser Tiefschlaf hat nicht nur zur Folge, dass ihr einem völlig neuem Hyrule gegenüber steht, sondern bringt auch mit sich, dass Link unter akuter Amnesie leidet. Tatsächlich hat unser Hauptprotagonist noch weniger Ahnung von der Welt, als wir eine Idee davon haben, wie hylianische Ziegenmilch schmeckt. Zum Glück gibt es gleich nach dem Verlassen des Schreins einen freundlichen, alten Landstreicher, der einem zumindest ansatzweise erklärt, wo und vor allem wann ihr seid. – Dieser Landstreicher wird euch übrigens die ersten Spielstunden immer wieder begegnen und Euch dezent die neuen Mechaniken im Spiel näher bringen. Kochen, Bäume fällen, Jagen, usw. Der graue Kerl hat mehr am Kasten, als man anfangs vermuten mag. Letztendlich ist es auch er bzw. sein Fluggleiter, der es Link ermöglicht, das abgeschottene Plateau, auf dem sich Link anfangs befindet, zu verlassen.

Mindestens genau so hilfreich ist der Shiekah-Stein, der Euch von anfang an begleiten wird. – Nicht nur, dass er Euch die Umgebungskarte anzeigt oder Euch zwecks Orrientierung, das Setzen von Wegpunkten ermöglicht- der Stein ist vor allem dann wichtig, wenn es darum geht Rätsel zu lösen. Dieses hilfreiche Werkzeug bietet Platz für sieben verschiedene Module, welche wiederum für Eigenschaften, wie Bombenexplosion, Magnetismus, Zeit, Eis, Foto, Amiibo und Fernauslöser stehen. – Mit Hilfe dieser Fähigkeiten steht Euch ganz Hyrule offen!

In der Tat erhaltet Ihr all diese Fähigkeiten bereits in den ersten Stunden am Plateau und Ihr könnt von nun an frei entscheiden in welche Himmelsrichtung es Euch verschlagen soll. Ja, Ihr könnt mit all den Tools, die Euch zur Verfügung stehen, tatsächlich jeden x-beliebigen Fleck in Hyrule erreichen. Das tollste dabei ist die Weitsicht. Ihr seht (dem entsprechenden Ausblick vorrausgesetzt) jeden noch so entfernten Punkt. Egal ob ihr die Wüste, die dichten Wälder, umwegiges Gebirge oder ruhige Gewässer, entdeckt – Ihr könnt jeden Ort besuchen und Abenteuer erleben. – Hyrule ist gigantisch!

Um das Ganze noch mit ein paar Zahlen zu untermauern:

-) 120 Prüfungsschreine
-) 900 Krog-Samen-Rätsel
-) 76 Nebenquests
-) Die Oberwelt ist 12 mal so groß wie Twilight Princess inkl. aller Dungeons-)
-) Hyrule ist größer als “Skyrim” und sogar ein Drittel größer als die Welt von “The Witcher 3”

´Breath of the Wild´bietet eine faszinierende Spielwelt voller Details und stimmigen Momenten

Diese Punkte lesen sich zwar beeindruckend, lassen aber natürlich die Frage aufkommen, ob so viel Platz nicht viel Spielraum für Leere bzw. Langeweile bietet. In der Tat ist das aber eher selten bis gar nicht der Fall. Immer wieder begegnet man Schreinen, Rätsel und Lager voller Räuberbanden. Reisende Händler oder andere KI-Abenteurer, die eigene Quests in Hyrule verfolgen, wechseln sich mit teils beeindruckenden Dörfern ab. Ja sogar vor der Küste Hyrules gibt es abgelegene Inseln, die von der größe her ebenfalls beeindruckend sind und ein paar Anspielungen auf Link´s Awakening mit sich bringen.

Timeline, Legende und Verwirrung

Wärend die Story für sich frischen Wind in die Zelda-Serie bringt, kann man darüber streiten in welchem Part der komplexen Timeline der Titel angesiedelt ist. – Es spricht viel dafür, dass das Spiel relativ kurz nach Ocarina of Time statt findet. – Die Zitadelle der Zeit ist beinahe 1:1 aus dem N64 Original übernommen. – Auch Überbleibsel der Lon Lon Farm sprechen dafür. Allumfassend behandelt “Breath of the Wild” einen Zeitraum von 10.000 Jahren, wobei 100 Jahre davon ausschlaggebend sind und zu den Ereignissen des aktuellen Titels geführt haben. – Jedenfalls sicher ist, dass es offenbar in der “Hero of Time”-Zeitlinie angesiedelt ist und somit vor der Aufspaltung in “The Hero is Defeated” bzw. “The Hero is sucessful” Zeitebenen anzusiedeln. Sehr verwirrend und/oder erfreulich ist aber, dass es sogar Anspielungen auf das relativ unbekannte BS Spiel “Ancient Stone Tablets” gibt. Hier hat Nintendo echt einiges an Fanboni springen lassen.

She´s the true hero

Wärend Link sich die letzten 100 Jahre ob einer Niederlage gegenüber Ganon ausgeruht/regeneriert hatte, stand nur noch für Zelda selbst die Zeit still. Sie ist es nämlich, die seit einem Jahrhundert verhindert, dass das Böse in Gestalt von Ganon üer ganz Hyrule herzieht. Sie kämpft unermüdlich gegen den Lord der Dunkelheit im Schloß Hyrule. – Bevor wir aber Zelda unter ihre zierlichen Ärmchen greifen können, müssen wir mit Link vier Titanen bezwingen, die bereits vor 10.000 Jahren erschaffen wurden, um das Böse zu verbannen. Jene Titanen sind vor über einhundert Jahren wiederentdeckt worden, wurden aber von Ganon bzw. vier Ausgeburten Ganon´s übernommen und tyrannisieren seit damals die Länder von Hyrule. – Jene vier Titanen wollen bezwungen bzw. rückerobert werden, damit das Bannsiegel Ganon´s, rund um Schloß Hyrule, gebrochen werden kann.

Immer wieder trefft Ihr auf Lager voller Räuber und Monster

Die vier Titanen sind bei bekannten Vökern in Hyrule zu finden. Die Zora, die Goronen, die Orni und die Gerudo. – Vor allem bei letzterem Volk kommen einige, sehr ungewöhnliche, aber begrüßenswerte Themen zum Einsatz. Wärend man bereits in anderen Nintendo Spielen zB. Mobbing behandelt hatte, trifft man hier auf Bi-, homo- und transsexuelle Charaktere – die endlich Einzug in ein Spiel dieses Ausmaßes halten. Es ist gut, dass auch in einem Nintendo Spiel solche Themen schön aufgearbeitet werden und so auf die wundervolle Vielfalt Hyrules hingewiesen wird.

Euren treuen “Wolf-Link”-Begleiter erhaltet ihr, wenn Ihr den Wolf-Link Amiibo aus Thwilight Princess einsetzt

Ansonsten bleibt bei den Besuchen in den verschiedensten Dörfern vor allem der Nostalgie-Faktor an erster Stelle, welcher stets zu begeistern vermag. Man (er)kennt viele Örtlichkeiten bereits aus Vorgängern, hat sie aber in diesem Detailreichtum noch nie zu Gesicht bekommen. – Die Sprachausgaben in Zwischensequenzen offenbaren noch viel stärker das wahre Wesen bestimmter NPCs. Endlich kann man Dinge wie Freude, Neid, Ärger, Verwunderung, usw. auch in den Stimmen der einzelnen Figuren erkennen. Hyrule ist endlich lebendig geworden!

Technik, Spielzeit und mehr

Wie sieht es denn nun technisch aus? Ist “Breath of the Wild” ein Next Gen Titel oder enttäuscht es in Sachen Grafik/Sound und Gameplay? Hyrule ist so groß wie noch nie und flackert (zumindest im Handheldmode der Switch) immer mit konstanten 30 fps über den Screen. Die Engine erlaubt es sogar in der Ferne bewegliche Objekte oder Charaktere zu erkennen. – Die voluminösen Licht und Spezialeffekte sind gepaart mit der tollen Schattendarstellung eine Augenweide. Man mag sich vielleicht über den Soft-Celshading- Look streiten können- unterm Strich bleibt aber ein unglaublich gepolishtes Spiel, welches einfach so auf noch keiner Nintendo Konsole zu sehen war. Hi und da kommt es im TV Modus, in dem das Spiel auf 900p skaliert wird, zu Slowdowns bzw. Rucklern. Jene treten aber so selten auf, dass sie keinen Einfluß auf das Spielgeschehen haben.- Der Sound ist ebenfalls sehr gut gelungen. Vor allem auf der Switch im TV Modus, werden sämtliche Sourround-Standards unterstützt, welche die Wildnis toll widerspiegeln bzw. bombastische Soudntracks mit sich bringen.

Bekannte Völker, wie die Goronen, helfen Euch beim Kampf gegen Ganon

Insgesamt kann man unglaublich viel Zeit in das Spiel stecken. Verfolgt man aber nicht alle Nebenmissionen bzw. erkundet man nicht alle Schreine, ist man in rund 30 Stunden durch und hat dennoch sehr viel von dieser gigantischen Welt gesehen.

Sonstiges (Klettern und so)

Ebenfalls neu dazu gekommen ist die Möglichkeit beinahe überall zu klettern. Das Klettern erinnert dabei sehr an Assassin´s Creed, kommt aber zum Glück ohne die Kollisionsprobleme daher. – In all den Stunden ist Link niemals hängen geblieben oder hat eine unerwünschte Bewegung ausgeführt. Hier hat Nintendo ganze Arbeit geleistet. Weiters hat sich punkto Gameplay, das japanische Traditionsunternehmen ein wenig was von Dark Souls abgeschaut. Vor allem die Endbosse sind fordernd wie noch nie. – Hat man früher auf ein blinkendes Auge schlagen müssen, bis dem Gegner der garaus gemacht wurde, ist es jetzt notwendig die ausgeklügelte Taktik des Kontrahenten zu erkennen. Manche Gegner gehen damit so geschickt um, dass man schon um die 20 Versuche braucht, bis man ihn überhaupt nennenswert verletzen kann. Auch wenn dies nach Frust klingt, ist man niemals demotiviert, da die Fehler offensichtlich in der eigenen Taktik liegen. Ein System, das letztendlich ungemein befriedigend ist (Vor allem nach dem Endkampf)!

Amiibo !!

Auch erwähnenswert ist der breit gefächerte Amiibo Support. Folgende Figuren werden von Breath of the Wild unterstützt:

-) 8-Bit-Link: Ihr bekommt eine zufällige Anzahl an Fässern, die ihr für Rubine zerstören könnt.
-) “Ocarina of Time”-Link:     Ihr bekommt eine zufällige Anzahl an Fleisch, welches ihr zum Kochen benutzen könnt.
-) Toon-Link: Ihr bekommt eine zufällige Anzahl an Fisch, welches ihr zum Kochen benutzen könnt.
-) “Wind Waker”-Zelda: Ihr bekommt eine zufällige Anzahl an Pflanzen, welche ihr zum Kochen und Craften benutzen könnt.
-) Link-Bogenschütze: Ihr bekommt einen neuen Bogen.
-) Link-Reiter: Ihr bekommt ein neues Schwert und einen Sattel.
-) Zelda: Ihr bekommt einen neuen Schild.
-) Wächter: Ihr bekommt besondere Pfeile, die für den Kampf gegen Wächter geeignet sind.
-) Bokblin: Ihr bekommt zwei neue Keulen.
-) Wolf Link: Ihr bekommt einen Wolf-Link als begleiter zur Seite gestellt, der Gegener bekämpft und Items für Euch findet

Diese fünf Amiibos´ sind zusammen mit ´Breath of the Wild ab 3.März 2017 verfügbar

Fazit

Das ist immer der schwierigste Part. – Vor allem als großer Zelda Fan möchte man automatisch eine gute Wertung vergeben. Ich versuche aber dennoch objektiv zu bleiben, auch wenn ich seit beinahe sechs Jahren auf dieses Spiel gewartet habe. – ´Breath of the wild´ ist durch und durch ein typischer Zelda Titel. Ja es gibt noch die gewohnten Dungeons, ja es gibt Rubine, ja Link selbst kann immer noch nicht sprechen und ja, ihr könnt Vasen zerdeppern und Gras schneiden. – Davon abgesehen, schafft es der Titel aber in der Neuzeit anzukommen. Der freie Aufbau des Spielablaufs wirkt frisch, die gigantische Welt ist beeindruckend und alles andere als leer, die Story inkl. Twists wirkt modern und das Artdesign schafft es einen guten Mittelweg zwischen Cel- und Non-Celshading Grafik zu finden. – Zwar habt ihr viele, neue Farmingmöglichkeiten, könnt kochen und Bäuem fällen, Erze abbauen und Jagen – Notwendig sind diese Mechanismen jedoch nicht- Obwohl sie Euch viel erleichtern. ´Breath of the Wild´erfindet das Genre nicht neu, aber saugt euch in eine derart große, liebevoll gestaltete Welt, dass ein Kauf für zumindest jeden Switch Besitzer Pflicht ist. – Es gab in keinem Nintendo Spiel bisher derart viel Nintendo-Feenstaub, wie in diesem Epos! Freunde von Shadow of the Colossus, Dark Souls und Skyrim kommen voll auf Ihre Kosten!

Bis die ersten DLCs erscheinen, werde ich noch einige Rätsel lösen, Schreine besuchen und Nebenquests absolvieren. Mal sehen wieviele Stunden ich letztendlich in Hyrule verbringen werde. Ich wünsche jedenfalls allen Fans und denen, die noch welche werden wollen, ganz viel Vergnügen mit diesem Meisterwerk (9.5/10) mf


Neben der Standardversion für Nintendo Switch und Wii U, erscheint auch eine Limited Edition für Eure Switch inkl. Master-Schwert, Spiel und Soundtrack auf CD


Mehr Informationen findet Ihr natürlich auf der offiziellen Homepage von Nintendo: HIER KLICKEN!

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One Thought to “The Legend of Zelda: Breath of the Wild – Review”

  1. Danke fürs Review! Das klingt ja wirklich mehr als gut. Jetzt kann ich es noch weniger erwarten, endlich selbst in das neue Zelda einzutauchen. Ich hoffe amazon verschickt heute noch meine Bestellung, dann sollte ich wohl spätestens am Samstag bereit für Hyrule sein 🙂

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