Eva´s Blog Review 

Mighty Number 9 (Wii U) Review

Das neue 2D-Action Platform Game „Mighty Number Nine“ besticht zumindest beim ersten Blick durch seinen sympathischen Retro-Stil und klassisches Gameplay. Kurzum: Es geht ums Springen, Schießen und Dashen auf hohem Niveau. „Prove your might!“ heißt es im Trailer. Dass ich ziemlich mighty bin, ist mir bereits klar, aber wie sieht es mit dem Spiel aus?


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Story- eh nur Nebensache

Ihr spielt Beck den Kampfandroiden. Als einer der neun Mightys beschützt ihr die Erde (vor was genau auch immer) … BIS ein böser Computer-Virus alle anderen Mightys befällt und böse macht. Nun müsst ihr mit eurer geballten Schusskraft die Welt retten!
Als Mighty Number Nine wirkt ihr zunächst wie der Underdog der Familie weil ihr keine signifikante Power habt und ehrlich gesagt auch ziemlich milchbubig ausseht. Doch der Eindruck täuscht. Denn das coole an Beck ist, dass er sich die Stärke der besiegten Gegner zu eigen macht. So gewinnt ihr im Siegeszug gegen eure acht grippalen Roboter-Geschwister weitere Fähigkeiten. Nicht unwesentlich dabei: ihr seht dann auch lässiger aus- zB in schwarz mit Schal und so.
Ihr könnt die Reihenfolge der acht Levels frei wählen. Danach gibt es einen finalen Show-Down den ihr nur mit Hilfe aller Fähigkeiten und den vereinten Kräften der Nine Mightys schaffen könnt!

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Concept Art: Beck Mighty Number 9

Steuerung- Beck als Mr. Shoot and Dash

Die Steuerung bei MN9 fühlt sich, gemessen an anderen Platform-Games, nicht sonderlich gut an. Geschwindigkeit bekommt ihr nur mit Hilfe von Dashen. Auch der normale Sprung von Beck bringt euch nicht weit so dass euch nur noch der Air-Dash bleibt. Andere Moves wie Ducken, Sliden oder Walljumps gibt es bei MN9 nicht. Entweder ihr rennt langsam- was keinen Spaß macht- oder ihr dasht nonstop. Dass man die Kontrolle vor lauter dashen verliert kann leicht passieren. Am häufigsten stirbt man an den One-Hit-Klassikern: Stacheln und tödliche Gräben. Insofern ist das Game, selbst für erfahrene Plattform-Zocker, nicht einfach.

Gameplay- Stockende Hektik die man nur einmal erleben will

Die verschiedenen Fähigkeiten bieten einige neue Möglichkeiten sich durch den Level zu bewegen  und beleben das Gameplay. Leider ist das Wechseln zwischen den Fähigkeiten etwas umständlich. Ihr könnt nur zwei davon mit Schnelltasten belegen und das müsst ihr euch mühsam vor jedem Level neu einstellen.

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Die Idee, gute Performance zu belohnen ist ja an sich spitze, aber die temporären Boni in MN9 wirken willkürlich. Sie sorgen lediglich für mehr Hektik weil ihr ständig zusehen müsst wie sie innerhalb von Sekunden auslaufen. Versteckte Secrets und dauerhafte Power-Ups werdet ihr in den Levels vergeblich suchen. Schade eigentlich, denn so haben die Levels keinen Wiederspielwert und fühlen sich an wie bloße Hindernisparcours.

Stimmung und Musik- voll versemmelt

Das Level Design bei MN9 wirkt farblos und faul. Die korridorartigen Level sind auf Dauer eintönig und unterscheiden sich kaum voneinander. Die Musik wirkt uninspiriert und selbst das Umstellen auf retrotastische 8 bit-Klänge (Retro-Mode) kann da nichts mehr retten. Auch die End-Boss Themes klingen dumpf und plätschern nur so dahin. Hört man sich im Vergleich den Soundtrack des grandiosen Genre-Kollegens „Shovel Knight“ an, wird einem klar wie viel Potential hier verloren gegangen ist.

Grafik und Design- Griff ins 3D-Klo

MN9 konnte ursprünglich als Crowdfunding Projekt durch charmantes  Concept-Art begeistern. Warum das fertige Spiel nicht im naheliegenden 2D-Look gehalten ist, sondern über klobige 3D-Modelle präsentiert wird, ist schwer nachvollziehbar. Besonders da das Endprodukt noch schlechter aussieht als die zuvor gezeigte Rohfassung. Auch die Zwischensequenzen präsentieren sich in einer lieblosen 3D-Grafik. Nett gezeichnete 2D-Sprites und ausdrucksstarke Stimmungs-Portraits hätten dem Spiel die gewisse Portion Herz verliehen, die MN9 offensichtlich fehlt.

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„Just wait… I cant find my facial expressions.“ Programmierer mit Asperger Syndrom?

Um das Spiel auch auf leistungsschwachen Plattformen veröffentlichen zu können, wurde bei der Spielgrafik offensichtliche Abstriche gemacht. Wenn man dann auch noch aufgrund von Rucklern in den Tod stürzt, und mit einem ewig langen Ladebildschirm konfrontiert wird, ist es mit dem Spielspaß schnell vorbei.

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Delicious Pizzaexplosion! Cool guys dont look at cheap pizza

Story Telling- Franchise Man Deluxe

In diesem Genre ist weniger Story oft mehr. Leider wird in MN9 viel zu viel geredet, was den Spielfluss oft unterbricht. Man erahnt die Franchise-Maschinerie hinter dem Spiel und den Ehrgeiz eine Fan-Community für sich zu gewinnen (TV-Serie incoming). MN9 versucht zu offensichtlich den Figuren Trademarks und Running-Gags aufzudrücken. Was bleibt sind platte Charaktere und enttäuschte Spieler, die sich nicht ernst genommen fühlen.

Fazit- Wer sich Megaman erwartet ist selbst schuld

Das Versprechen des Entwicklerstudios mit MN9 einen Megaman- Nachfolger zu schaffen, rechtfertigt zwar den Vergleich mit Megaman, setzt aber unfaire Maßstäbe an. Wer sich in MN9 einen inoffiziellen Megaman-Teil erhofft hat, für den ist die Enttäuschung vorprogrammiert. Doch selbst wenn man MN9 abseits der hohen Megaman-Messlatte nostalgieschwindelfreier Fans beurteilt, so ist es dennoch kein gutes Spiel. Es wirkt als hätten die Entwickler nicht verstanden was die Klassiker, die sie zu imitieren versuchen, wirklich ausmacht. Schade eigentlich.

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Mr Shoot and Jump versus Mr. Dash and Sell

9kasten

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