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Forza Horizon 4 – XBOX One X Review

Ich bin ja doch ein komischer Kauz, wenn es um Rennspiele geht. Richtige Simulationen finde ich zwar spannend, aber wirklich fesseln tun sie mich dann nicht. Arcade-Racer müssen einen gewissen “Flair” haben, damit ich an ihnen kleben bleibe. Das hat zur Folge, dass für mich die vielleicht besten Rennspiele Need for Speed Underground 2 und Burnout Paradise sind (eventuell noch Dirt Rally). NfSU2 hat sich durch seine “rags to riches” Mentalität und der Tatsache, dass man selbst mit einem Opel Corsa der Held der Straßen sein kann fest in meinen Kopf eingebrannt. Im Gegensatz dazu ist die brillante Openworld gepaart mit der Spielkisteneinstellung von Burnout Paradise einfach eine Rückkehr ins Kinderzimmer, wo man seine Matchbox-Autos einfach wild durch die Gegend geworfen hat. Die meisten anderen Titel ergötzen sich in blankem Markenfetischismus. Jetzt steh ich natürlich vor dem Problem, dass EA nachwievor nicht weiß wo sie mit der NfS Reihe hinwollen und von Burnout haben wir ja erst ein Remaster bekommen. Aber nun hat uns Playground Studios zusammen mit Turn 10 den neuesten Spinoff der Forza Reihe spendiert. Wo dieser zu suchen ist; also zwischen Kinderzimmer, oder Sozialökonomischer Traumwelt werde ich in diesem Review mal breittreten.


Alles neu und doch anders

Die Horizon Spinoff Reihe zeichnete sich immer schon durch ihre offene Welt frei nach Testdrive aus. Die Karten wurden mit jeder Reihe größer und auch mit immer mehr Content gefüllt. Das ist auch dieses Mal nicht anders. Es gibt Rennen zu fahren, Fahrer zu challengen, Scheunen zu entdecken (leider ohne Stroh) und Radarboxen auszulösen. Daran scheitert es nun mal nicht. Alles da und alles gut. Der Fahrzeugkatalog ist auch wieder gigantisch und gleich mal zu Beginn wird man mit Fahrzeugen zugemüllt. Da ein Sportwagen, dort ein SUV, hier noch ein ne Rallykiste; für jeden was dabei! Haus bekommen wir auch mal so nebenbei geschenkt. Die Ereignisse überschlagen sich förmlich. Doch was geht denn nun eigentlich wirklich ab?

Man wird in die Rolle eines neuen Fahrers für das Horizon-Festival geworfen. Im Horizon-Universum gilt es wohl als normal mit 300 Sachen durch Großbritannien zu fetzen und dabei selbst vor Privatgrundstücken oder dem Verkehr nicht zurückzuschrecken. Polizei? Gibt’s nicht, und falls doch sind die ziemlich cool drauf. Durch Rennen und das Sammeln von Ansehen zementiert man seinen Platz um der aller Beste zu sein. Doch ganz allein schnappen wir uns hier nix, denn auch Freunde oder Fremde können in der shared Openworld mit uns die Gefahren erkunden. Dieses Feature lässt sich aber auch komplett deaktivieren wenn man dann doch lieber alleine spielt.

Die UK sind in Horizon 4 auch besonders schön anzusehen. Das Dev-Team hat hier echt nicht an Details gespart. Besonders die verschiedenen Jahreszeiten (die jede Woche wechseln) hinterlassen einen coolen bleibenden Eindruck. Mein persönlicher Favorit ist dabei der Herbst. Die Mischung aus den fallenden Blättern, dem doch unbeständigen Wetter und der immer noch schönen Sonne sind mir einfach ans Herz gewachsen. Die Wägen klingen durch die Bank knackig und realistisch. Manchmal spucken sie beim Auspuff zuviel oder zu oft Feuer, aber das ist dennoch lustig anzusehen. Besonders die glühenden Bremsen bei Supersportwägen gefallen mir super gut. Auch die Radiostationen bieten einen guten Mix und ich glaube da ist für jeden was dabei

Gameplaymäßig bekommen wir mal wieder die typische Forza-Formel serviert. Alles von Hyper-Arcade bis zu solider Simulation (nix im Vergleich zu Project Cars in meinen Augen) ist möglich. Auch der persönliche Mix kann gefunden werden. Ich mag etwa ABS, aber ESP brauch ich nicht. Automatik find ich toll, dafür darf mein Auto bei Kollisionen gern auch Schaden nehmen und sogar defekt werden. Desto näher man der Sim kommt umso mehr Kohle bekommt man nach den Rennen.

Aber Geld braucht man finde ich kaum. Ständig gewinnt man einen Wagen, oder bekommt ihn einfach so. Das hat mir noch nie an Forza gefallen und das führt auch dazu, dass ich meine Autos häufiger als meine Unterhosen wechsle. Obwohl ich sogar meinen persönlichen Liebling , Porsche 944 Turbo, in der Sammlung habe. Das Gefühl für Erfolg arbeiten, eventuell sogar sparen zu müssen, kommt nie auf.

Leider kommt auch nie wirklich das Gefühl des Spielzimmers zurück, weil man die Wägen eben nicht als Spielzeug, sondern verehrenswertes Markenprodukt präsentiert bekommt. Das ist zwar ganz okay und niemand hindert mich mit dem Teil von einer Klippe zu fahren (manchmal bekommt man sogar noch was dafür) aber sich wie ein Kleinkind über einen Crash zu freuen hatte ich auch nicht.

Gut ist jedoch, dass Autos nur in Carpacks gekauft werden können (wobei ich hier die Preis-Leistung nicht wirklich gut finde) und auf Microtransaktionen wird verzichtet. Und das obwohl es ein Glücksrad gibt! Nach Levelaufstiegen, oder Challenges darf man an diesem drehen um Outfits, Autos, Dancemoves oder Hupen zu gewinnen. Das alles ist gratis, und ich freu mich eigentlich immer drüber, weil ich endlich den Moonwalk für meinen Avatar freischalten möchte!

Fazit

Forza Horizon 4 erfüllt zwar nicht meine persönlichen Träume und Hoffnungen, ist aber dennoch der beste Racer der jüngeren Vergangenheit. Für jeden ist was dabei, was manchmal zu diesem “Nicht Fleisch – Nicht Fisch” Gefühl führen mag, aber dennoch kann jeder sich sein eigenes Rennspiel zusammenbasteln. Content gibt’s en masse. Zusätzlich sind alt gewohnte Forza-Tugenden auch vertreten, wie die Auto-Customization, aber auch die Liebe zum Detail. Als Arcade-Racer kann Horizon 4 sicher überzeugen. Als Light-Sim auch. Wenn man nun also eine Xbox oder einen PC hat und dringend mal wieder Gummi und veredelten Dinosaft verbrennen will, führt kein Weg an Forza Horizon 4 vorbei! (9/10) kbm

Forza Horizon 4 erfüllt zwar nicht meine persönlichen Träume und Hoffnungen, ist aber dennoch der beste Racer der jüngeren Vergangenheit.

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