Citizens of Earth Review

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Atlus, der japanische Entwickler/Publisher (Shin-Megami-Tensei-Serie, Etrian Odyssey, Catherine, usw.) hat wohl ein großes Herz. Immerhin hat er in ein geflopptes Kickstarter Projekt namens “Citizens of Earth” investiert und die Entwicklung angekurbelt bzw. zu Ende gebracht. – Verwunderlich ist es allerdings nicht, dass das Spiel auf Kickstarter wenig Anklang gefunden hat. Das Artdesign und die verwendete Kulisse haben bestimmt einige potentielle Unterstützer abgeschreckt.

Schön ist anders

Der kanadische Entwickler Eden Industries, der Citizens of Earth ins Leben gerufen hat betonte stats, dass man ein Rollenspiel im Stile von “Mother” oder anderen 16-Bit Abenteuern erschaffen wollte. – Zwar erfeut sich der 16-Bit Pixel Stil auch heute noch reger Beliebtheit, Eden Industries ist es aber leider nicht gelungen den Charm der 90er Jahre neu aufleben zu lassen. Es ist nicht Fleisch, nicht Fisch und so bekommen wir Retro-Optik ohne Pixel auf unsere Bildschirme gezaubert, die sich an kolorierten Karikaturen orientieren. – Eine Mischung, die vor allem bei der 3DS Version viel schlechter aussieht, als zB. auf der Wii U.

Man erwacht als Vizebürgermeister der Welt
Man erwacht als Vizebürgermeister der Welt

Skurril geht die Welt zu Grunde

Als frisch gebackener Vize-Bürgermeister der Welt (!!) erwacht man eines morgens in Hotel-Mama, kurz bevor man mit seiner Mutter und dem eigenen Bruder los zieht, um die weniger begeisterten Demonstranten von sich selbst zu überzeugen. – Jene Meute wurde vom Wahlgegner, der sich als schlechter Verlierer entpuppt, zusammen getrommelt und setzt von nun an alles daran euch von eurem Amt zu befreien.

Das Spielgeschehen orientiert sich stark an alt-bekannten Party-basiertem Rollenspielen, das zumindest die Taktikliebhaber frohlocken lassen dürfte. Die Kämpfe laufen in klassischer Final Fantasy-Manier ab und nach jedem bezwungenen Gegener, warten Erfahrungspunkte darauf von euch verteilt zu werden. – Wie es sich von jemanden gehört, der einem hohen Amt angehört, kämpft der Vize-Bürgermeister natürlich niemals selbst, sondern beobachtet das Geschehen aus sicherer Entfernung, wärend die restliche Gruppe gegen die Demonstranten kämpft.

An den Cartoon-Look muss man sich erst gewöhnen.
An den Cartoon-Look muss man sich erst gewöhnen.

Eine Frage der Sprache

Am 3DS, als auch auf der Wii U ist das Spiel vollständig in Deutsch gehalten. Die Übersetzung ist zwar allgemein gut gelungen, jedoch geht einiges an Wortwitz verloren, wenn man es mit der englsichen Version vergleicht. – Aber auch wenn man nicht jede Pointe perfekt übersetzt bekommt, kann sich der geneigte Rollenspiel-Fan über eine schier unendliche Anzahl an Quests erfeuen. Hat man die Hauptstory in ca. 5-10 Stunden durchgespielt, erlauben es die Nebenquests mindestens doppelt so viel Zeit in der Welt von Citizens of Earth zu verbringen.

Fazit

Ein zweischneidiges Schwer wird uns hier vor die Nase gesetzt. – Citizens of Earth hat unheimlich viel Potential, verspielt jenes aber mit einer mittelmäßigen Übersetzung, gewöhnungsbedürftigen Grafikstil und technischen Schwächen, die vor allem beim 3DS auffallend sind (es wird kein 3D geboten, die Grafiken wirken verwaschen und ausgefranst, ect.). – Wer über diese Punkte hinweg sehen kann bekommt ein spannendes RPG serviert. (6/10)

 

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3 Thoughts to “Citizens of Earth Review”

  1. Heiko Hauenstein

    Was mich ja immer wieder bei Rollenspielen seit etlichen Jahren ärgert, ist dass oft alles so in einem Kitschdesign gemacht ist. Schade, mag es einfach lieber, wenn die Figuren “realistischer” aussehen und nicht son Manga-mäßig quietschbunt. Hat mich schon auf dem PC bei Warcraft III und Empire Eart ab II aufgeregt. Muss doch nicht immer alles im Kindergartenstil sein. Das nimmt den Spielen die Atmosphäre. Schade.

    1. Martin Fornleitner

      Nun gut…das ist einfach Geschmackssache. Du bist eher der Fan von westlichen Spielen. – wobei bei warcraft geb ich dir recht. das ist ja ein westliches spiel, das verniedlicht wurde. – passt aber besser in s geschäftsmodell.

      1. Heiko Hauenstein

        Nö kann man so nicht sagen. Zelda oder so ist einfach stimmig, aber bei sowas wie Orks uns so oder Empire Earth wo man wirklich Krieg spielt, passt es meiner Meinung nach halt einfach nicht so gut.

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