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Switchen in München – Ein Eventbericht

Da ist sie nun also! Die Nintendo Switch! Zusammen mit Kathi war ich beim Presse-Event in München und hatte die unglaubliche Ehre das Gerät vor der offiziellen Markteinführung zu testen. Was ist die Switch nun eigentlich? Taugt sie was? Und solltet ihr sie jetzt kaufen (wenn es noch wo welche gibt) oder doch eher mal abwarten, was Nintendo vielleicht noch so zu bieten hat? All das werde ich jetzt in Bild/Ton und Text aufrollen und vielleicht hilft es euch bei der Entscheidung.


Wie schon in der Miesepeter-Analyse habt ihr sicherlich gemerkt, dass ich skeptisch war was die Switch angeht. Die Technik schien nicht super überzeugend und auch die Zielgruppe konnte ich nicht klar erkennen. Nach dem Event wird jedoch einiges klar. Nintendo hat es satt. Nicht das Konsolen-Machen (zumindest noch nicht) sondern den Konsolen-Krieg. Zu teuer ist wohl der Aufwand und das Risiko zu hoch, um sich gegen die (auch wenns nicht alle hören wollen) im Moment dominierenden Plattformen, XBOX und Playstation, aufzustellen. Nintendo hat sich eine Nische gesucht und diese eigentlich schon vor Jahren entdeckt: Die Casual-Player. Hat mit der Wii schon super geklappt! Zusätzlich spricht man aber auch den Mobilmarkt an, wo der technisch etwas schwächelnde 3DS die PS Vita leicht ausstechen konnte. Jetzt gibt’s keinen Highend-Handheld mehr, außer der kommenden Switch. Doch wie komme ich zu diesem Urteil? Ist Karim jetzt komplett verrückt geworden? Ich hoffe ich kann euch in den folgenden Zeilen davon überzeugen, dass ich noch nicht komplett den Verstand verloren habe.

Zuerst mal zum Technischen. Das Display ist ein Touchscreen mit 720p Auflösung. Klingt jetzt mal nicht so spannend und ist es auch nicht. Das Display hat sicher nicht die nötige Power um Freunde und Familie zu beeindrucken, aber für unterwegs ist es mehr als ausreichend. Jedoch sind bisher auch keine Titel da um das Display an seine Grenzen zu bringen. Aber dazu später mehr. Im Multiplayer ist das Display etwas klein (bei Mario Kart, etc.), aber daran denke ich könnte man sich gewöhnen. Warum das ganze ein Touchscreen ist, wurde mir bis zum Ende nicht klar. Keines der bisher vorgestellten Spiele nutzt es, und ob Ports von beliebten Handyspielen, wie etwa Angry Birds oder Fruit Ninja, in Arbeit sind konnten wir nicht erfahren.

Das Tablet mit Joycon liegt top in der Hand! Was der Vita etwa an Größe gefehlt hat ist hier vorhanden um ergonomisch richtig gehandhabt zu werden. Schwer ist das Tablet auch nicht besonders, jedoch kann ich zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen, wie es etwa nach zwei Stunden spielen sein mag.

Wenn wir schon dabei sind. Die Joycon (ja das schreibt man ohne “s” in Plural, was ich besonders blöd finde) sind wirklich faszinierend. Sie erfüllen auf der Switch zwei Aufgaben. Entweder sie werden für Spiele mit Bewegungssteuerung genutzt wie die alten Wiimotes, oder sie sind ein oder sogar zwei Controller. Somit ist die Switch die einzige Konsole, die von Werk aus zwei Controller besitzt. Jedoch ist das nur die halbe Wahrheit. Etwa Zelda braucht beide Einheiten, damit man einen vollständigen Controller hat. Aber auch bei dem extrem guten und unterhaltsamen Arms, einem Beat’m’up mit Bewegungssteuerung benötigt jeder Spieler zwei Joycon. Es mag nicht verwundern, dass man bei einem Zweispieler-Titel zwei Controller braucht. Somit ist aber klar, dass die Switch nicht mit zwei Controllern geliefert wird. Besonders bitter ist das, weil die Joycon auch nicht wirklich billig sind (80€ im Bundle ohne Halter).

Die Joycon fühlen sich aber wertig an und liegen bei diversen Mini-Spielen gut in der Hand. Jedoch würde ich kein Multiplayer-Spiel (wie Mario Kart) mit nur einem Joycon über längere Zeit spielen wollen, da sie im Querformat gehalten doch ziemlich klein sind und das nicht wirklich überzeugen kann. Für Kinder mag der Controller, gerade unterwegs, aber super sein! Leider hat Nintendo bis jetzt noch keine PKW-Halterung (obwohl das im Trailer zu sehen ist) angekündigt.

Der Joycon-Halter jedoch ist eine ergonomische Überraschung und eine Verarbeitungskatastrophe. Dafür, dass man wenn die Joycon in dem Halter sind, quasi mit einem quadratischen Controller spielt ist alles super gut erreichbar. Auch wenn man zu Beginn etwas Zeit braucht sich daran zu gewöhnen. Doch bei der Verarbeitung haben wir einen neuen Tiefpunkt erreicht. Abgesehen davon, dass der mitgelieferte Joycon-Halter nicht zum Laden genutzt werden kann (der kostet dann 30€ extra), ist das Plastik noch mieser vom Gefühl her als der Dualshock4; und der ist schon eine Frechheit! Selbst Kaugummi-Dosen und PET-Flaschen fühlen sich hochwertiger verarbeitet an. Aber vielleicht ist der kaufbare Halter ja besser.

Zum Pro-Controller gibt es wenig zu sagen, aber hier ist die Verarbeitung und Ergonomie deutlich besser, als bei dem Joycon-Halter. Somit ist dieser wirklich zu empfehlen, besonders wenn man längere Sessions vor dem TV-Gerät plant.

Wirklich beeindruckt hat mich aber der Dock. Nicht weil es praktisch, oder schön wäre. Sondern, weil der Übergang zwischen “Daheim” und “Unterwegs” unglaublich flüssig abläuft. Ganz großes Lob ist hier angebracht, denn nur, weil so ein Konzept vorgestellt wird heißt es noch nicht, dass es auch in der Praxis gelingt. Doch hier ist es eindeutig gelungen!

Der Dock ist also nur ein Übertragungsgerät zum TV (zumindest soweit wir das erfragen konnten). Am TV selbst haben wir 1,2,Switch, Arms und Zelda Breath of the Wild testen und vom neuen Super Mario Odyssey den Trailer bewundern können. Am Handheld wurde Splatoon2, MarioKart8 Deluxe und SnipperClips gespielt. Einige andere Titel konnte man auch anspielen (alle haben wir nicht getestet), jedoch möchte ich mich hier auf die “Zugpferde” fokussieren.

Mario sah am TV etwas “grobkörnig” aus, jedoch könnte dies am Riesen-TV gelegen haben. Den Trailer könnt ihr hier genauer betrachten. Ich persönlich freue mich schon sehr auf das neue Mario, auch wenn die “Echtwelt-Levels” etwas strange aussehen. Schade, dass es nicht gleich beim Launch verfügbar sein wird und wir uns bis Weihnachten gedulden müssen.

1,2,Switch ist eine der Überraschungen für mich. Man konnte hier viele Minispiele testen und besonders das HD-Rumble war hier voll im Einsatz. Insbesondere beim Tresorknacken war das Feature toll zu spüren. Leider blieben bei sowohl der Spielesammlung, als auch dem HD-Rumble einige Fragen offen. Die Spiele, so nett sie auch waren, so sehr frage ich mich, warum sie nicht wie einst bei der Wii beiliegen. Es wäre ein toller Anreiz das System zu kaufen, und so wieder den Casual-Markt einzunehmen. Stattdessen werden dafür 49,99€ verlangt (laut Amazon) was sicher nicht teuer ist, aber ich glaube nicht, dass es mir das Geld wert wäre.

Beim HD-Rumble kam die gleiche Frage wie beim Touchscreen: “Warum?”. Noch ist, bis auf einige Minispiele kein wirklicher Nutzen erkennbar und ich befürchte, dass es wohl ein witziges Feature ist, dass einfach keine Verwendung finden wird. Vielleicht wird es aber bei einigen Titeln voll zum Einsatz kommen. Wir werden es sehen.

Mario Kart war eigentlich wie immer, wobei man hier wirklich aufzeigen muss, dass es super ist, dass die Joycon hier als einzelne Controller genutzt werden können. Somit ist dies sicher ein toller Titel, wenn man die Switch für Kinder kauft um diese unterwegs zu unterhalten. SnipperClips ist hier sehr ähnlich. Zusammen muss man mit kleinen “Papierwesen” Puzzles lösen. Dies erreicht man, indem man seinen Partner “zerschneidet”, damit dieser eine gewisse Form erlangt. Ein wirklich süßer Titel! Splatoon 2 war eigentlich keine Überraschung, aber da es auch bald auf den Markt kommt werden wir beim Reviewen sicherlich mehr darüber erzählen können.

Aber kommen wir nun zu The Legend of Zelda – Breath of the Wild. Ich durfte hier die ersten 20 Minuten des Spiels genießen und muss sagen, dass es mir sehr gut gefallen hat. Das liegt aber nicht daran, dass es “Zelda” ist, sondern dass es eben nicht “Zelda” ist. Hat man ein Open-World-Spiel der letzten Jahre gespielt, so hat man dieses Zelda gespielt (zumindest die ersten 20 Minuten). Kaum etwas war “unbekannt” und überraschend, auch wenn man es geschafft hat den klassischen Zelda-Charme zu erhalten. Sowohl im Soundtrack, als auch im Grafikstil fühlt man sich eher in ein Märchen, als in ein Epos versetzt. Leider gabs einige Ruckler, und auch die Grafik war eher mau. Jedoch denke ich, dass dies auch an der Demoversion liegen könnte. Ich persönlich finde es überraschend super und bin gespannt, wie das endgültige Produkt dann sein wird.


Abschließend bleibt nur zu sagen, dass ich nach dem Event von der Switch beeindruckt bin, aber immer noch keinen Grund sehe sie zu kaufen. Sie ist ein interessantes Stück Technik und das neue Zelda ist sicher ein spitzen Action-Adventure, aber viele der Features werden bisher kaum genutzt. Auch das extrem teure Zubehör sorgt zumindest bei mir nicht für Euphorie. Wenn man die Konsole bereits bestellt hat, dann werden euch meine Worte sicher nicht umstimmen können. Wenn ihr aber immer noch am Grübeln seid, dann rate ich euch bis Weihnachten abzuwarten. Mit Mario, und einigen schon angekündigten 3rd-Party Spielen wird einiges geliefert und mit etwas Glück bekommen wir dann auch schon Bundles, oder 1,2,Switch liegt dann einfach der Konsole bei.

Nintendo will ich natürlich nicht vergessen! Danke für eure Einladung! Das Event war spitze organisiert, tolles Personal und super Verpflegung! Auch Eiji Aonuma war ein unglaublich toller Überraschungsgast. Ich wünsche Nintendo mit der Switch auf jeden Fall alles Gute und bin gespannt was in Zukunft alles auf uns zu kommen wird!

 

 

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One Thought to “Switchen in München – Ein Eventbericht”

  1. Danke für den Event Bericht! Ich als alter Nintendo Fan habe die Switch mit Zelda und Pro Controller schon vorbestellt 🙂 Je mehr ich darüber nachdenke Zelda, Mario, Splatoon etc einfach jederzeit und quasi überall spielen zu können, umso mehr freue ich mich auf das Teil. Ich verstehe allerdings, dass man als nicht Nintendo Fan die Konsole nicht gleich zum Start braucht, da ja selbst Zelda auch für die Wii U erscheint. Ich hoffe trotzdem das Nintendo mit der Switch mehr Erfolg haben wird als mit der WiiU und freue mich auf den einen oder anderen Titel, der uns überraschen wird.

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