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Nioh – Review

Mit Demon Souls und dem folgenden erfolgreicheren Dark Souls hat ein Action-RPG Trend begonnen. Schwer aber Fair! So beschreiben Fans der Serie die Spiele. Nioh, das neueste Machwerk aus dem Hause Team Ninja (Ninja Gaiden oder Dead or Alive Beach Volleyball wurden ebenfalls hier geschaffen), versucht es sich in dieser Nische gemütlich zu machen. Ob das gelingt habe ich mir für euch angesehen.


Ich sags gleich vorraus. Ich bin der schlechteste Dark Souls Spieler aller Zeiten. Ohne Hilfe hätte ich nicht mal den ersten Boss besiegen können und ähnlich verhält es sich mit Nioh. Das Spiel hat mich gequält und bis an die Grenzen getrieben. Aber das wars wert!

Nioh hat außer der Sterbe-Mechanik (wenn man scheitert verliert man seine Erfahrungspunkte und muss diese am Ort des Ablebens wieder einsammeln) und dem Resetting des Spielfeldes nach dem Speichern, eigentlich nicht viel mit Dark Souls gemeinsam. Die Story etwa ist keine mystische europäische Mittelalter-High-Fantasy-Story, sondern eine mystische japanische pseudohistorische High-Fantasy-Story. Es ist eine spannende, dunkle Geschichte, welche an echte Begebenheiten der japanischen Vergangenheit angelehnt sind. Nur dass einem eben Dämonen (Yokai) oder Schutzgeister immer wieder über den Weg laufen. Das Spiel beginnt damit, dass man dem Protagonisten William Adams hilft aus dem Tower of London auszubrechen. Das ganze ist dabei wie ein Tutorial aufgebaut und die Steuerung ist schnell erlernt. Von hier an beginnt eine spannende, in schönen Cutscenes erzählte, Geschichte über den Kampf um Amrita – mächtige Steine die dem Besitzer Kraft verleihen. Amrita ist in Japan sehr weit verbreitet, weshalb die Engländer sich auf die Suche danach machen. William will dies verhindern um die Welt im Gleichgewicht zu halten.

Die Geschichte ist hier in Levels unterteilt. Die Levels sind dabei sehr unterschiedlich und in den viel verschwungenen Wegen lassen sich Geheimnisse und Abkürzungen finden. Ich persönlich finde das sehr angenehm, weil man sich so keine komplexe Open-World merken muss, was es Gelegenheitsspielern, denke ich ein wenig einfacher macht den Einstieg immer wieder zu finden. Zusätzlich gibt es viele Nebenmissionen zu spielen, wenn man in der Story nicht weiter kommt, oder vielleicht auch etwas Abwechslung sucht. Im späteren Spielverlauf kann man alte Levels auch in einer höheren Schwierigkeit, bei welcher die Gegner auch anders platziert sind erneut spielen.

Wenn wir schon bei Gegnern und Kämpfen sind. Diese sind sehr unterschiedlich, und wer nicht vorsichtig ist wird gleich mal von mehr als nur einem Gegner zerstückelt. Besonders die Variation an Menschen, Untoten und Yokais ist sehr erfrischend und schafft immer neue Herausforderungen. Zwischendurch gibt es immer wieder stärkere Dämonen, welche man nur einmal bekämpfen kann, welche quasi die Aufgabe eines Mini-Bosses erfüllen. Diese helfen sehr oft auch zu erkennen ob man vielleicht doch noch ein wenig grinden sollte (so wie ich etwa, der selbst nach Stunden immer noch zu blöd war wirklich erfolgreich zu sein) oder ob man der Herausforderung gewachsen ist. Die richtigen Bosskämpfe sind aber oftmals sehr unterschiedlich in ihrem Schweregrad. Dennoch sind alle wirklich sehr schön designed und hinterlassen einen positiven bleibenden Eindruck.

Der Grind ist in Nioh auch etwas ganz besonderes. Nach erfolgreichen Kämpfen erhält man Amrita (also Erfahrung). Dieses kann man nun verwenden um William zu einem besseren Krieger zu machen, oder man spart sich Amrita auf. Dies ist interessant, da William von einem Schutzgeist begleitet ist, welcher aktiviert werden kann wenn man genug Amrita bei sich trägt. Die Fähigkeiten sind von Schutzgeist zu Schutzgeist unterschiedlich, aber man erhält immer einen kurzen Kampfstärkeboost, der einen schon mal aus der Patsche helfen kann.

Nach Kämpfen erhält man aber nicht nur Amrita, sondern durch zufällige Lootdrops ist es möglich legendäre, oder zumindest immer bessere Ausrüstung zu erhalten. Interessant ist hier der asymmetrische Multiplayer. Wenn man an einer Stelle des Spiels stirbt, kann der eigene Avatar als “Geist” in dem Spiel einer anderen Person erscheinen. Ob man einen solchen Geist aber wirklich zum Feind haben will sollte man sich gut überlegen. Diese kämpfen viel stärker (klar sie sind ja gerade gestorben und dementsprechend sauer) und mit deutlich besserer Ausrüstung als die “normalen” Gegner. Die Belohnung nach einem solchen Kampf ist aber meistens eine wirklich gute, darum kann es sich hin und wieder lohnen es zu riskieren.

Es gibt auch einen Coop-Multiplayer, bei welchen Freunde, oder Fremde ein wenig nachhelfen können. Gäbe es diese Mechanik nicht würde ich heute noch beim ersten Boss sitzen und bräuchte wahrscheinlich 2 neue Controller und zumindest einen neuen Fernseher. Ein PvP-Multiplayer wird noch mittels Update folgen.

Diese Online-Kämpfe könnten dann in Zukunft wirklich was besonderes, auch zum Zusehen werden. Denn Nioh hat ein Kampfsystem, dass einem die Ohren wackeln. Man kann wirklich die Handschrift von Team Ninja erkennen, welche hier ein Kampfsystem mit Tiefe und Komplexität geschaffen haben, bei welchem ich bis heute nicht ganz gesehen habe was alles möglich ist. Die Anzahl der Waffen ist wirklich grandios und reicht von schnellen, aber kurzen Doppel-Katanas zu riesigen aber langsamen Kriegshämmern. Weil ich ne Flasche bin habe ich meistens mit Speer gekämpft: schnell und viel Abstand zum Gegner. Doch eine Lieblingswaffe zu haben zahlt sich aus. Man kann diese nämlich mit der Zeit ebenfalls aufleveln, womit man Zugriff auf Sonderattacken und Komboangriffe erhält. Aber nicht nur die vielen Waffen, welche alle eigene Animationen und Sonderattacken haben geben dem Spiel Tiefe. Man kann bei Nioh zwischen 3 Kampfstilen wechseln. Dem Hohen (langsam, aber mehr Schaden), dem Mittleren (eierlegende Wollmilchsau) und dem Niedrigen (schnell und defensiv). Somit kann jeder seinen eigenen Kampfstil wählen und auch an die Situation anpassen. Und sollte der Nahkampf mal zu Mühsam sein, gibt es auch Bögen und Gewehre, welche mit einem Kopfschuss die meisten Gegner schon mal wegräumen können.

Im Zentrum des Kampfes steht aber der Ausdauerbalken. Bei Nioh nennt man das Ki, und das besondere ist, dass Gegner ebenfalls Ki zum Kampf benötigen. Somit sieht man nicht nur deren Lebensbalken sondern auch wieviel Ki sie noch besitzen. Das macht Kämpf sehr interessant, weil man bei vielen Kampfstilen auch in der Lage ist dem Gegner Ki zu rauben und ihn so zu überwältigen. Raucht euch schon der Kopf? Es kommt noch mehr. Beim Kampf verliert man also Ki. Aber William kann, weil er ein großer Krieger ist, sich über einen Ki-Pulse Ki wieder zurückholen. Und die Taste dafür ist die gleiche welche man zum wechseln der Kampfstile verwendet. Mit dieser Mechanik kann ein guter Spieler (also nicht ich) nun nach jedem Angriff etwas Ki zurückholen und gleichzeitig seinen Angriffsstil ändern. Dadurch lassen sich theoretisch lange Kombos kreieren, mit welchen selbst der härteste Yokai in die Knie gezwungen werden kann.

Das alles hört sich jetzt vielleicht abschreckend und extrem kompliziert an, doch man muss das Kampfsystem nicht in voller Tiefe auskosten um mit dem Spiel Spaß zu haben und in der Story voranzukommen.

Neben dem Gemetzel (welches wirklich unglaublich blutig und brutal ist) kann man aber auch die Soundkulisse und die Grafik von Nioh schätzen. Wenn man das Spiel im Grafikmodus spielt (dabei ist die Framerate nicht immer stabil, aber dafür ist alles super schön) merkt man, dass Team Ninja tatsächlich Augenmerk auf das Leveldesign und Details gelegt hat.


Abschließend kann ich eigentlich nur sagen: Mag man Dark Souls liebt man Nioh. Wenn man bei Dark Souls schon an seine Grenzen stößt wird Nioh vielleicht nicht euer Spiel sein. Wer aber tiefe und fordernde Kampfsysteme (wie in Beat’m’ups) liebt könnte hier mal eine mögliche Abwechslung zu Tekken, Soul Calibur und Street Fighter finden. Generell muss ich sagen, dass ich von Nioh begeistert bin. Denn auch wenn es mühsam ist gibt es Wege das Spiel zu meistern und die dunkle, manchmal witzige, jedoch ein wenig vorhersehbare Story zu erleben. Von mir gibts dafür 9,5 Punkte, weil Nioh wenig falsch macht, aber so gut wie alles richtig. Vielleicht könnte der Einstieg leichter sein, oder die Bosskämpfe ein wenig besser gebalanced, aber das sind alles Kleinigkeiten, welche sich mit Coop-Hilfe durchaus bewältigen lassen. 9,5/10 kbm


Clemens Senf zu Nioh: Lieber gut geklaut als schlecht selbst gemacht. Diesen Spruch hört man heutzutage sehr oft im Bereich rund um Games. Das neuste Werk von Team Ninja war Jahre lang in Entwicklung und musste oft verschoben werden. Jetzt ist es da und viele meckern, dass es zu viel von From Software klaut. Ja – das Grundgerüst von Nioh ist das gleiche wie in der Souls-Reihe. Dennoch haben die Entwickler viele Dinge eingebaut die vorher nicht in diesen Spielen waren. Am besten ist da eben das Beispiel das es keine Open-World, sondern in Missionen unterteilt ist. Was ich nach längerem spielen gar nicht mehr so schlecht finde. Das einzige was mich stört ist das Nioh durch seine Story Cutscenes zu viel von sich Preis gibt und man nicht selber die Geschichte entdecken muss wie in der Souls Reihe. Also jeder der From Softwares Sterbesimulator mochte wird mit Nioh genau so glücklich sein. Ich bin es jedenfalls.  9/10 cs

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