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iPad OS + iPad Pro: Ist das iPad endlich produktiv genug?

Ich habe vor ein paar Jahren das Experiment gewagt und mein geliebtes MacBook an meine bessere Hälfte abgegeben und mir selbst das erste iPad Pro gekauft, in der Hoffnung, dass jenes Gerät mein MacBook ersetzt und zusätzlich mehr Raum für Kreativität (Apple Pencil) und Gaming (die damals enorme Leistung) bieten würde. – Tja, falsch gedacht!

Ich war damals noch riesiger Apple Fanboy und bin auf die Marketingfloskeln reingefallen. – Unterm Strich war das iPad Pro aber nicht mehr als ein überdimensioniertes Tablet mit Stifeingabe und Tastatur Schnittstelle. – Zwar war der SOC in Form des A9X Prozessors unheimlich performant, das Display super scharf und der Pencil einmalig genau, das Betriebssystem, die Software und die fehlenden Schnittstellen haben aber das Arbeiten abseits eines echten Computers leider verhindert.

Das erste iPad Pro aus dem Jahre 2015

Das ist nun über vier Jahre her und ich habe zwischenzeitlich erkannt, dass Apple oft nur große Töne spuckt, dass zB Microsoft mit der Surface Linie weit kreativer und mutiger ist und dass ich nie wieder von meinen Workflows und Ansprüchen abweichen werde, wenn es um neue Hard- bzw. Software geht.

Vor wenigen Tagen hat Apple im Rahmen der WWDC 2019 angekündigt dem iPad sein eigenes Betriebssystem zu spendieren. Im Kern ist es zwar noch immer iOS, was Apple aber hier vorgestellt hat hat mich dazu bewegt das Expermient von damals zu wiederholen. 

Gesagt getan, mein relativ neues MacBook Pro wurde verkauft, das iPad Pro bestellt und nach Erhalt wurde (dank Entwickleraccount) sofort die Beta 2 von iPad OS 13 installiert. – Warum ich so irre bin? Hier die Featureliste des neuen iPad Pro mit iPad OS:

-) Das iPad verfügt nun über einen vollwertigen USB C Anschluß, der es nun ermöglicht andere Geräte, wie Festplatten, USB Sticks, Kameras, LAN Adapter, Monitore usw. anzuschließen

-) Das iPad Pro gibt es in der für mich idealen Größe von 11 Zoll

-) Der neue Apple Pencil wird magnetisch am iPad Pro befestigt und ebenfalls auch so geladen (Bye, bye Lightning ANSCHLUSS!)

-) iPad OS verfügt über einen vollwertigen Datei Manager, welcher Zugriff auf lokale Daten, Cloud Daten oder extern angeschlossene Datenvolumen bietet. Ebenfalls möglich ist nun das öffnen sämtlicher Dateien aus der Daten App (Office, Zip, Musik, Videos, Paketfiles,…)

-) Der Desktop des iPads kann in iPad OS endlich mit Widgets bestückt werden

-) Safari ist in der Desktop Version vorhanden, man kann damit endlich alle Daten herunterladen, welche dann im zuvor erwähnten Datei System zu finden sind.

-) Der Apple A12x Bionic Chip ist in Performancetests gleich auf mir dem Intel i9 Prozessor des MacBook Pro Top Modell(!!), was flüssiges Bearbeiten von 4K Videos in Echtzeit ermöglicht und über Jahre hinweg für genug Power sorgen dürfte.

-) Mittlerweile laufen vollwertige Desktop Apps auf dem iPad. Anwendungen wie Photoshop, Premiere, Afinity Designer, Afinity Photo, Microsoft Office, usw. zeigeb eindrucksvoll, dass das iPad Pro kein Spielzeug ist

-) Wer dennoch zocken will, kann endlich PS4 und XBOX One Controller verwenden oder eine Tastatur und Maus verenden um zu zocken bzw zu arbeiten

iPad OS Beta 2

Das erste Video am iPad Pro habe ich genau so schnell erstellt wie am Mac. Gerendert habe ich es sogar um gut 30% schneller. Minecraft habe ich via Controller gespielt und konnte Dank Datei Manager auch erste Mods implementieren. 

Procreate, die wohl beste Zeichenanwendung am Markt, hat in seiner neuesten Version so viele Features spendiert bekommen, dass man damit auch porofessionell arbeiten kann (Ein Wink an die Illustratoren, Comiczeichner und Co. da draußen!)

Procreate 4

PUBG läuft mit 120 FPS mit HDR und UHD auf dem Gerät, ohne dass das iPad heiss wird (Bemerkenswert: das iPad hat keine aktive Kühlung!)

Unterm Strich:

Videos schneiden, Daten verwalten, externe Geräte anschließen, Super mobil, performant wie das teuerste MacBook Pro und endlich auf dem richtigen Weg! – Kann das iPad also alles was ich benötige abdecken? Jein! 

Das kreative Arbeiten ist uneingeschränkt möglich. Allein die Tatsache dass ich keine Musik oder Videofiles umständlich in meine Foto- oder iTunes Mediathek verschieben muss, sondern via Drag and Drop aus dem Dateimanager direkt in die Timeline meiner Schnittprogramme ziehen kann, macht so unglaublich viel möglich!

Adobe Premiere CC


Zeichnen, zocken, Skypen, Bildschirmaufnahme, usw usw usw- Alles da, alles möglich. Nur eine Sache wird noch stiefmütterlich von App Entwicklern behandelt: Das Streamen! Ja, ich hab kein OBS am iPad, die alterntiven Varianten funktionieren so mittelprächtig- Ich bin aber überzeugt davon dass dank der neue Offenheit Apples und dank der Performance der neuen iPads ab Herbst (Wenn iPad OS offiziell erscheint) entsprechende Programme erscheinen werden. 

Zu 99% ersetzt das iPad das MacBook für mich. Ich hoffe dass Apple konsequent diesen Weg weiter geht. Stellt sich nur noch die Frage, wann der erste Mac/iPad Hybrid endlich das Licht der Welt erblickt.


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