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Beitrag Martin's Blog Technikcheck 

Chromebook 2020 [Die neue Art von Laptop]


Als Chromebooks werden mobile Computer bezeichnet, die seit 2011 als Betriebssystem die Linux-Distribution Google Chrome OS benutzen.

Damals, vor neun Jahren wurden jene Geräte als stark abgespeckte Notebooks mit sehr geringer Leistungs- und Speicher Kapazität angeboten.

Chrome OS ist ein auf Linux basiertes Betriebssystem, welches anfangs alle Anwendungen und Systemoptionen im Chrome Browser darstellte. – Dies war auch der Grund warum die Geräte sehr schnell waren, obwohl die Hardwarepower sehr knapp bemessen war. Anwendungen liefen über die Cloud und haben somit auch kaum Gebrauch vom lokalen Speicher gemacht.

Im Jahr 2020 sieht die Sache schon etwas anders aus. Von Mittleklasse ARM Geräten in Tablet Format mit 2GB Ram und 32GB MMC Speicher, bis hin zu schnellen Intel oder AMD 64 Bit CPUs mit vollem Linux Support, findet man alles im Chromebook Sektor. 

Entsprechend vielseitig ist auch die Preisgestaltung und die Verarbeitung der Geräte. Ab ca 200€ bis rauf zu 1.5k € ist alles dabei. 

Einheitlich sind dabei nur noch das OS und der acht Jahre Support inkl. Updates.

Ich als Windows Kind und langjähriger Mac OS User wollte nun aber auch das „fremde“ Neuland entdecken und hab recherchiert und probiert.

Ausschalggebend dafür war ein attraktives Angebot und die neuesten Chrome OS Features, die eigentlich jeden EDV affinen User aufhorchen lassen:

Das Lenovo Ideapad 3 zB, ist mit einem Intel Celeron 4020 und einer Intel HD 600 GPU bestückt.- Das ist übrigens eine GPU, die bis vor ein paar Jahren in einem MacBook Pro verbaut wurde.

189€ kostet das kleine 11.6 Zoll Chromebook. Weiters gibt es volle Android App Unterstützung, vollwertige Debian Unterstützung und der erweiterbare Speicher via Micro SD Karte. Hat man eine entsprechend große und schnelle Karte, lässt sich jene zB schnell als Linux Partition nutzen.

Auf jener können nicht nur vollwertige Desktop Anwendungen, eine Root Shell und eine Debian Bash benutzt werden, sondern es gibt auf diese Weise sogar die Möglichkeit Steam zu installieren!

Ja, mit einem Celeron sollte man nicht darauf hoffen Witcher 3 zocken zu können, aber Stardew Valley, FTL, Lara Croft Go, Wargroove, Minecraft und co, laufen flüssig und machen bestimmt Freude.

Das Geröt selbst ist übrigens vollständig aus Plastik, sieht aber wertig aus und wenn man in den Entwicklermodus schaltet, das BIOS flasht und Windows 10 installiert, hat man ca 250€ gespart, da es das Ideapad 3 mit Windows 10 um ca 450€ zu erwerben gibt.

ACHTUNG: Steam und dessen Spiele laufen nur nativ auf Chromebooks mit einer Intel Architektur bzw mit 100% kompatiblen ADM Chipsatz. Viele Chromebooks verwenden ARM Prozessoren, sind schnell und sparsam, haben aber via Linux Support eine weitaus eingeschränktere Auswahl bei den Desktop Applikationen.

Auch Windows kann nur auf einem i386/x65 System nativ installiert werden. Bei den meisten Chromebooks muss dazu auch nich eine Schraube im Gehöuse entfernt werden, um den geschützten Entwickler Bereich aufrufen zu können. 

Bei den Lenovo Geräten reicht meist eine Tastenkombination beim Booten.

Da sind so die wichtigsten Eckpunkte, die man als neugieriger Chrone Neuling recherchieren sollte.

Man kann mit etwas Recherche auch alte Windows Notebooks mit Chrome OS bespielen. Dies habe ich passend zum genannten Beispiel mit einem ca 3 Jahre alten Lenovo Windows Convertibel probiert und geschafft(!)

Fazit

Chromebooks sind spannend. Zum einen verwenden sie Chrome OS, sind zugleich aber richtige Linux Biester mit apk/Android/Play Store Support und führen durch diesen Umstand ein Doppel- oder gar Dreifach Leben. 

Der einfache Anwender nutzt Chrome OS wie es ist. Als Surf und Office Maschine.

Andere wiederum erweitern mittels Linux Kernel und Android Support den Funktionsumfang enorm.

Und die dritte Partei will alles aus den Geräten kitzeln und flasht das Bios, installiert Windows, emuliert in einer speziell angepassten BIOS Version ein UEFI und macht aus dem Chromebook ein Hackintosh Gerät mit Mac OS Installation.

Chromebooks erinnern mich ein wenig an die Goldgräber Stimmung der C64/Amiga Zeit. Die Community ist riesig, motiviert und unterstützt sich gegenseitig. Es gibt viele Open Source Programme, die man selbst abändern kann, man stolpert immer weiter in die Bash Welt, lernt Befehle auswendig und erfreut sich dass nach dem 20. Fehlversuch dann doch alles klappt, wie man will.

Chromebooks im Jahr 2020 sind die besseren Netbook für wenig Geld und viel Möglichkeiten.(mf)

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