Beitrag 

Elea Episode 1 – Xbox One Review

Ich hatte mal wieder die Ehre ein kleines Indie-Game zu testen. Klein triffts in dem Fall tatsächlich gut. Elea Episode 1 dauert in etwa 2 Stunden und was man hier erlebt kann einen tatsächlich ins Staunen versetzen. Doch leider nicht nur auf positive Art und Weise. Was ich damit meine lest ihr in den folgenden Zeilen.


Potential – Soviel Potential!

Jeder von unseren Lesern kennt sicherlich die Gesundheitshinweise vor dem Beginn der meisten Videospiele. In diesen wird darauf hingewiesen, dass Videospiele durchaus zu epileptischen Anfällen führen können. Berühmt dafür ist das fiktive Spiel Polybius, das angeblich in den 80ern sogar Menschen getötet haben soll. Zwar versucht Elea einen nicht gleich zu ermorden, doch die Flimmereffekte, das wilde Geblinke und die Musik dazu führen selbst gesunde Gehirne an die Grenzen der Wahrnehmungsfähigkeit. Doch in Elea geht es nicht darum den Spieler ins Koma zu versetzten (wobei das sicher angenehmer wäre als Abschnitte dieses Spiels zu spielen). Die Handlung spielt sich in nicht all zu ferner Zukunft ab. Die Menschheit wurde von einer neuartigen Krankheit befallen die dazu führt, dass infizierte Kinder zu wilden Bestien werden. Wie löst man ein derartiges Problem am besten? Ganz einfach, man bekommt keine Kinder mehr.

Doch was wäre das für ne Story. Natürlich bekommen Leute nach wie vor Kinder, nur halt nicht mehr auf der Erde. Zumindest habe ich dies so verstanden. Wir bekommen in diesem Setup die Aufgabe die Protagonistin Elea durch ihr Abenteuer zu begleiten. Alles beginnt damit, dass Elea in eine Erinnerung geladen wird und wir können hier Eleas zuhause auf der Erde besuchen. Während wir durch das Haus watscheln plaudert Eleas Ehemann mit uns und gibt uns vor wie die “Rätsel” im Spiel zu lösen sind. Schwer is das Alles nicht, aber unglaublich nervtötend, weil Elea zu diesem Zeitpunkt schwanger ist und sich im Haus nur sehr langsam bewegen kann. Auch wenn schwangere Frauen sicherlich keinen Marathon gewinnen werden, bin ich sicher, dass sie sich schneller bewegen können als ein auf Eiern rollender Panzer. Dieser Spielabschnitt dauert gefühlt ewig, einfach weil Eleas Fortbewegung so behindert wird. Nach einem Fehler in der Erinnerungssimulation erleben wir ein psychodelisches Feuerwerk! Die Farben sind hierbei echt beeindruckend, doch die Reizüberflutung war auch fordernd.

Nachdem das alles beendet ist finden wir heraus, dass Elea auf einem Raumschiff ist um ihren Ehemann zu finden, der auf einer Forschungsmission verschwunden ist. Auch auf dem Raumschiff bewegt sich Elea wie eine besoffene Kuh, aber wenigstens kann sie nun laufen. Die Puzzle und Rätsel werden nicht wirklich schwerer und am Ende der Episode laufen wir kurz um unser Leben. Dann ist der zwei Stunden “Spaß” auch schon vorbei.

Wo ist nun das Potential fragt ihr euch? Fangen wir mal damit an, dass das Spiel voll mit Bugs ist. Seien es Grafikfehler, die Steuerung bleibt stecken und was einem sonst noch lustiges einfällt. Die hölzerne Steuerung hab ich bereits erwähnt und die Rätsel die besser wären würden sie nicht existieren, hab ich auch schon gelistet. Insofern ist Elea, wenn man es als ein Produkt sieht (also sowas wie einen Kühlschrank), Müll. Aber Videospiele sind eben mehr als das!

Eleas Story ist durchaus interessant. Immer wieder erfahren wir kleine Bits and Pieces über ihre Beziehung zu ihrem Mann und den beiden Söhnen. Das Voiceacting ist dabei wirklich beeindruckend, wenn man bedenkt, dass es sich hier um ein 8€ Spiel handelt. Die Geräuschkulisse ist dabei auch relativ solide. Doch der Soundtrack hat mich wirklich umgehauen. Von ruhigen Gitarrentracks und wabernden Technosounds – alles ist spitze in Szene gesetzt. Hier liegt all das Potential. Elea hätte wirklich etwas Tolles sein können, aber in dem jetzigen Zustand ist es nicht zu empfehlen (zumindest auf der Xbox; auf Steam ist das Spiel deutlich besser gepatched). Was ich aber guten Gewissens sagen kann: Alle die sich für ein Spiel interessieren, dass ne gute Basis, aber sonst nicht mehr zu bieten hat, sollten Elea ansehen. Es ist ein wirklich tolles Lehrwerk darüber wie man Atmosphäre und eine tolle Welt mit miesem Gameplay zerstören kann.

Fazit

Elea hat so viel Potential. Story, Welt und Sounddesign sind superb! Jedoch brechen Bugs, eine fürchterliche Steuerung und sinnlose Rätsel dem Spiel das Genick. Solltet ihr auf der Suche nach einem Lehrbeispiel sein wie man es vielleicht nicht machen sollte, dann legt euch Elea zu. In diesen zwei bis drei Stunden kann man wahrlich seinen Horizont erweitern. Wenn ihr nach etwas Ablenkung vom Alltag oder Spaß sucht, dann macht einen Bogen um Elea. Vielleicht wird sich dies ändern, wenn alle Episoden online sind, oder noch weitere Verbesserungen gemacht wurden, aber im Moment vergebe ich eine: (3,5/10) kbm

Danke an Soedesco für den Review-Code

Hier habt ihr noch ne tolle Doku zum Spiel Polybius. Hat nix mit Elea zu tun, aber schaden kanns auch nicht!


Verdict

Elea has a lot of potential. And all of it is wasted. It is packed with an emotional story, fascinating lore and breathtaking sound design. But bugs, clunky controls and mindnumbing puzzles broke its neck. If you are looking for an example on how to destroy all your good ideas, Elea might hold some lessons for you. Its two to three hours are truly enlightening. All others are best adviced on avoiding Elea. Maybe at some later time, once all Episodes are finished, we will revisit Elea. (3,5/10) kbm

Elea has a lot of potential. And all of it is wasted.

Thank you to Soedesco for providing us with a review key

 

Facebookby feather

Comments

comments

Related posts

Leave a Comment

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.