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Death Stranding – Review [PS4]

Lang ist es schon wieder her, das Death Stranding auf der PS4 herauskam. Wie das Leben so spielt hatte ich viel zu tun und kam kaum zum Spielen. Wenn ich aber dazu kam, dann war Death Stranding mein go to Titel. Und zwar nicht, weil ich ein Review schreiben musste, sondern weil mich das Spiel echt packen konnte! Warum das so ist und ob es euch auch packen sollte lest ihr in den folgenden Zeilen.

Extrem-Wander-Postboten-Simulator

Die Überschrift beschreibt Death Stranding schon ganz gut. Im Kern handelt es sich bei dem Spiel um eine Boten-Simulation. Man bringt Pakete von A nach B. Klingt komisch; is aber so! Dennoch ist die Angelegenheit spannend. Besonders die Story welche sich Kojima hier ausgedacht und zur Disk gebracht hat ist wirklich eine gute.

Aber kommen wir gleich mal zu Kojima und den Erwartungen welche, zumindest ich, mit einem seiner Spiele verbunden habe. Ich hatte mir ein Spiel mit einer verworrenen, aber packenden Story, mit einem hohen Grad an Details, komplexen Systemen mit einem Hang zum Micromanagement, Teleportation und komischen weiblichen Charakteren erwartet. Dass alle Hauptdarsteller unlogische Namen haben ist bei Kojima ja bereits Standard.

Nun eigentlich wurden alle meine Erwartungen erfüllt. Aber gerade beim Micromanagement, was ja der Stimmungskiller sein kann, muss ich sagen wurde eine tolle Lösung gefunden. Hier muss ich kurz ausholen. Sämtliche Ausrüstung, aber auch Waren welche man transportieren möchte, müssen auf Sam (den Hauptcharakter) aufgeladen werden. Position, wie auch Gewicht spielen eine große Rolle. Man kann sich nun um alles selber kümmern, was durch das lange (nicht komplexe) Menü aber ewig dauern kann. Oder man lädt alles auf seinen Rücken und drückt den Auto-Arrange Knopf und alles kommt an den besten Platz. Tolle und wirklich einfache Lösung um nicht aus dem Spielfluss gerissen zu werden.

Etwas weiteres was mir wirklich gut gefallen hat ist, dass man jederzeit speichern kann, außer man ist von Feinden umgeben. Tolle Sache! Besonders bei einem Game wo man teils eine Stunde von Ort zu Ort laufen muss. Ich persönlich habe das sehr genossen; insbesondere das Planen der Route und auch die Erwartung ob diese erfolgreich ist. Hat mich positiv ans Wandern erinnert (auch wenn einem in den Alpen meist keine Gruselmonster oder Psychopaten über den Weg laufen).

Doch wie konnte mich dieses Spiel nun fesseln? Nun die Story der UCA (United Cities of America) und wie es zum Untergang der Welt kam ist einfach spannend. Der Lore und auch die Hauptcharaktere sind gut konstruiert. Aber besonders das Pacing macht es aus. Nach jeder Story Mission erhält man neue Goodies und gleichzeitig schreitet das Spiel voran. Man kann sich aber auch dazu entschließen in Regionen länger zu verweilen um mehr zuzustellen. Das wiederum macht das weitere vorankommen einfacher, weil man so Ressourcen sammeln und die Infrastruktur verbessern kann.

Doch warum stellt man überhaupt Sachen zu? Das Ziel des Spiels ist es die Welt wieder zu verbinden. Man macht das mittels Magischer USB-Sticks. Menschen können sich dazu entschließen dem Netzwerk anzugehören und um sie zu überzeugen macht man zumeist Lieferaufträge für sie. Manchmal muss man auch verlorene Gegenstände wiederbeschaffen oder Feinde bekämpfen. So gut so einfach. Dadurch ergibt sich ein toller Feedbackloop welcher einen an den Sessel fesselt und man sagt sich: „Nur noch eine weitere Lieferung“. Und mit einem Schlag sind 3 Stunden vorbei.

Das Neuverbinden hat aber nicht nur positive Auswirkungen auf die Story. Durch dieses Anbinden an das Netz kommt Death Strandings asymmetrischer Multiplayer zum Zug. Hat man das Netz erweitert kann man nämlich auf Strukturen (wie Straßen oder Generatoren) aber auch Hinweise von anderen Spielern zugreifen. Man bekommt für Kooperation Likes, welche man benötigt um Sams Fähigkeiten zu steigern (was ganz von alleine im Hintergrund abläuft). Das ist ein spannendes und wirklich praktisches Feature, denn nur durch die Zusammenarbeit kommt man auch wirklich effizient weiter.

Jetzt fragt sich so mancher, wann schreibt der endlich über das Baby. Ich möchte nichts spoilern, darum sage ich nicht mehr zu dem Baby, als dass es euch hilft die gefährlichsten Feinde des Spiels, die BTs (Beached Things) zu sehen und so ist man in der Lage diesen auszuweichen, oder später kann man sie auch bekämpfen. Doch seid euch sicher, es ist ein Kojima-Spiel, also wird es einen abstrusen und auch irgendwie traurigen Grund geben warum BB diese Monster sehen kann.

Ein kleines Detail noch dazu. Ich weiß nicht ob Kojima Probleme hat und er vielleicht einen Therapeuten aufsuchen sollte, aber die Tatsache, dass man BTs mit Sams Urin oder auch seinem Duschwasser bekämpfen kann ist tatsächlich verstörend. Selten habe ich mich bei einem Spiel gefragt „und warum muss das jetzt so sein?“. Aber keine Sorge; man muss nicht immer auf die Bösen pinkeln um sie in die Schranken zu weisen. Man kann sie auch mit Sams Blut bewerfen; weil das irgendwie logischer ist.

Ich finde ja, dass Death Stranding ein toller Abschluss der 2010er Jahre darstellt. Es zeigt, dass auch heute noch Spiele mit einer Vision entwickelt werden können, Multiplayer nicht toxisch, sondern sogar beflügelnd sein kann und dass auch Singleplayer-Spiele mehr als eine glorreiche Zukunft haben. Man muss nicht immer alles toll finden was Kojima so macht, aber er hat uns zum Abschluss dieser Konsolengeneration nicht unbedingt das beste, aber sicherlich eines der interessantesten Spiele abgeliefert.

Fazit

Death Stranding ist ein wirres, aber packendes Spiel. Ich persönlich konnte mich kaum vom Sessel lösen, weil ich wissen wollte wie es weitergeht. Aber auch die Spannung von einem Ort zu einem Anderen zu reisen war immer gegeben. Teils hat mich das Spiel stark an Breath of the Wild erinnert. Nicht weil man viel herumläuft und man eine große Sandbox zur Verfügung hat, sondern weil beide Spiele eine Idee aufgreifen und diese dann sehr gut umsetzen. Das führt auch dazu, dass es nichts für jedermann ist. Ich persönlich würde das Spiel jedem empfehlen, einfach wegen seiner einzigartigen Systeme. Es ist ein Spiel, dass man zumindest einmal probiert haben sollte. Dazu braucht man nicht mal eine PS4, denn das Spiel erscheint demnächst auch auf PC. In diesem Sinne hoffe ich darauf euch beim Ausliefern zu sehen! (7/10) kbm

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